Kaddi’s Hochzeitskolumne oder wie plant man den passenden Junggesellenabschied?

Letzte Woche habe ich meine Hochzeitskolumne mit einem Thema angefangen, das mir sehr am Herzen liegt, nämlich, dass ihr, die ihr heiratet, eure Hochzeit selber in die Hand nehmt, euch nicht verunsichern oder beeinflussen lasst, kurzum einfach EURE Hochzeit plant, organisiert, feiert, ganz egal, was andere sinnvoller, schöner, besser finden!

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, welches oft zu Kopfzerbrechen, Stress, Angst ;)))) , Ideenlosigkeit führen kann: dem Junggesellen/innenabschied (JGA).

Wer organisiert ihn? Wer bezahlt das Ganze? Soll ich die anderen miteinbeziehen, ganz demokratisch oder gebe ich als Trauzeugin/e den Ton bei der Planung an? Wird der JGA den Teilnehmern gefallen? Wen lade ich ein? Kann ich auch Leute einladen, die eventuell nicht zur Hochzeit kommen?  Diese oder ähnliche Fragen quälen so manche Trauzeugen und sie kommen aus dem Grübeln gar nicht mehr raus.

“Vielleicht hilft es ja, sich ein bisschen mit den Ursprüngen dieses Brauches zu befassen”, dachte ich mir. Also los, ran! Ich habe mich also erstmal gefragt, was das überhaupt ist, ein JGA bzw. was dahinter steckt. Raus kam, dass nach englischer Tradition die “Hen/Stag Night” eigentlich ein sehr festlicher Anlass war, bei dem Reden gehalten wurden, gut gegessen wurde und alle sehr festlich gekleidet waren. Die Männer der beiden Familien trafen sich im Hause des Bräutigamvaters und überprüften ganz genau, ob der Bräutigam sich bei und mit seinen ehelichen Pflichten auskennt. Eigentlich eine sehr schöne Tradition!

Heute ist diese Tradition passé, es gibt ganz vielfältige Arten den Abschied vom Junggesellen/innendasein zu feiern. Die wohl beliebteste bzw. bei uns am meisten praktizierte Variante ist es mit Bauchladen, Gruppen- T-Shirts/Verkleidungen durch die Königsstraßen dieser Welt zu laufen und Passanten/Partygänger/Opfer zu Spielen einzuladen. Es wird viel getrunken, ausgelassen gefeiert, eine never-ending-Party, bis zum Morgen danach 😉

Ich persönlich bin kein großer Fan von solchen Aktionen, kann aber auch sein, dass dies so ist, weil ich einfach schon zu viele davon gesehen habe, da jeden Freitag/Samstag gefühlte 50-70 JGA auf unserer Königsstraße lauern und das Weggehen so einem Spießrutenlauf ähnelt bzw. so eine neue Sportart erfunden wurde: das Extrem-JGA-auf-Königstraße-Flüchting-und-Ausweiching. Aber Leute, die ihr diesen Artikel lest, bitte nicht falsch verstehen: ich finde dies eine gute Variante des JGA, es ist nur einfach nicht so ganz meine 😉

Und jetzt versuche ich all diese Persönchen anzusprechen, deren Art und Variante dies auch nicht ist.

Generelle Ideen und Überlegungen:

Solltest du, ja genau DU, gerade in der misslichen Situation sein, einen JGA zu planen und du weißt nicht weiter, dann bist du hier richtig 😉 Vielleicht kann ich dir mit ein paar Basis-Überlegungen weiterhelfen. Deswegen stell ich dir und du dir dann bitte auch, folgende Fragen:

1) Um wen geht’s ?

Diese Frage ist die allerallerallerwichtigste Frage und sie scheint sooooo banal zu sein und doch wird gerade diese Frage oft nicht berücksichtigt!

2) Wie ist die Person von Frage 1 (Tipp: Braut/Bräutigam) so? Was macht sie aus? Was sind seine/ihre Hobbies oder Gewohnheiten? Hat sie/er Vorlieben/Abneigungen?

Wenn er/sie leidenschaftlich gerne kocht, Sport macht, Zigarren raucht, eine bestimmte Musik hört, Karaoke Parties liebt etc. dann würde ich diese Details  mit in die Planung aufnehmen. Aber wenn die Braut/der Bräutigam sonst z.B. schon nicht gerne verreist, würde ich keinen Städttrip buchen. Kurzum: achtet echt darauf, was ihm/ihr Spaß macht und baut dies für den Abend geschickt mit ein.

3) Wen nehm ich mit?

Mein Tipp hier: WENIGER IST DEFINITIV MEHR!!! Das ist ehrlich gesagt genau so, wie auch bei der Hochzeit. Was bringt es einem mit 15 Mädels und Jungs wegzugehen, man zwar irre laut und lustig ist, aber man sich gar nicht um alle kümmern kann bzw. schlimmer, man gar nicht überalle Plätze bekommt oder als Großgruppe zugelassen wird. Besonders heikel übrigens, da viele Bars/Clubs JGA sowieso nicht reinlassen!

4) Soll ich als Trauzeuge/in Alleinherrscher der Planung sein oder Demokratie walten lassen?

Das ist auch eine der Gretchenfragen, die gut, aber auch schlecht ausgehen kann. Aus eigener Erfahrung würde ich dazu raten, dass man nicht mit allen plant, sondern nur mit wenigen Leuten, die der Hauptperson am nächsten stehen, sie eventuell schon Jahre kennen. Sonst kann oft das Problem auftauchen, dass zu viele verschiedene Vorstellungen aufeinander prallen und man am Ende noch Spannungen bei der Party hat.

Die hier gestellten Fragen sind nur ein kleiner Anreiz für euch, natürlich gibt es noch unendlich viele andere Fragen, aber habt ihr diese Fragen erstmal beantwortet, dann kommt das andere euch wie ein Klacks vor.

Ich möchte euch gerne noch ein paar Ideen mit auf den Weg gehen, falls ihr nicht von der Bauchladen-Fraktion seid 😉

Ideen für die Männer:

Der Bräutigam ist…

… ein Fussballfreak

Warum nicht zum VfB, FCB, BVB oder einfach dem passenden Fussballverein gehen? Da wäre es vielleicht sogar gar nicht so unangebracht ein Trikot des Vereines mit dem Vornamen des Bräutigams zu kaufen und alle Jungs unterschreiben darauf. Vielleicht kommt ihr noch an Backstage-Pässe ran (beim Eishockey geht das, beim Fussball kenn ich mich nicht soooo aus) und er kann mit seinem großen Fussballidol über den letzten Elfmeter reden. Stadionfeeling, Grölen, Singen, Bier darf natürlich nicht fehlen. Und später zockt ihr selber im Kleinen das Spiel nochmal durch.

Das wär natürlich nicht der ganze Abend, aber vielleicht ein kleiner Starter?

… ein “bon vivant

Der Bräutigam mag gutes Essen, Wein,  Zigarren? Dann macht wirklich einen “Bon Vivant”-Abend mit allem drum und dran! Es geht los mit einer Sauna-Tour, danach wird gut gegessen eventuell (bei Weinliebhaber) wäre auch eine Weinprobe mit Essen ganz toll. Ihr besorgt tolle Zigarren und genießt den Abend. Vielleicht als Abschluss noch ein Abstecher zu hübschen Frauen (natürlich nur zum ANGUCKEN!!!)? Was sagt ihr?

leidenschaftlicher Sportler

Bei leidenschaftlichen Sportlern wär eine Geo-Coaching-Tour, ein Kletterpark und ähnliche Aktionen vielleicht was? Warum nicht erst sportlich verausgaben, richtig Spaß und Action haben und dann später ordentlich darauf anstoßen?

Zocker

Der Bräutigam liebt Spiele? Dann würde ich zu einem Casinobesuch anraten. Ihr überrascht euren Kumpel, putzt euch alle mit Anzug und Krawatte heraus, die Zigarren in der Anzugtasche und los geht’s ins Casino. Auch nur ein kleiner Anreiz…

eine Mischung aus bon vivant, Sportler, Weggänger?

Dann hätte ich den Vorschlag (weil so gesehen und für gut befunden), dass ihr diese alte englische Tradition aufleben lasst. Ihr geht was Leckeres essen, und danach macht ihr so eine Art “Schnitzeljagd durch die City”. Ihr stellt im Vorhinein der Braut Fragen, diese muss der Mann in Spe beantworten. Zusätzlich muss er noch kleine Aufgaben erledigen (z.B. eine Frau zum Tanz auffordern, ein Foto mit einer Fremden schießen, Liegestütze auf den Rolltreppenhandläufen machen etc.). 3 Fragen richtig? = Einladung zu Bier, Cocktail, einer Runde Wein etc. So hat man viel Spaß, der Bräutigam erlebt so manche überraschende Antwort seiner baldigen Frau und ihr habt einen unvergesslichen Abend.

Für die Braut:

Die Braut ist…

eine Beauty-Queen

Bei Beauty-Queens könnte ich mir zwei Dinge vorstellen: entweder man mietet sich bei einer Wellness-Oase ein und macht viele schöne Anwendungen miteinander: Sauna, schwimmen, Entspannung, tolle Musik etc. oder man organisiert einen Beauty-Abend privat. Stellt selber Masken für Hände, Füße, das Gesicht und die Haare her und lässt es sich richtig gut gehen. Wichtig auch immer: Sekt oder Champagner bereit stellen. Cupcakes wären doch auch nicht schlecht , oder?

eine leidenschaftliche Köchin bzw. Bäckerin

Kleine Idee: macht einen Kochkurs zusammen. Oder habt ihr eine Cupcake-Bäckerin dabei? Schaut, ob euer Cupcake-Laden Backkurse und Dekorationskurse anbietet? Auch hier wär Sekt toll, der passt ja fast immer.

eine Film/Serienguckerin

Die absolut luxeriöse Variante für einen Filmfreak wäre es, ein Kino zu mieten und die Lieblingsfilme auf Leinwand anzuschauen. Dazu jede Menge Popcorn, Prosecco, der Eismann darf auch gerne vorbeikommen. Traumhaft und unvergesslich!

…eine  Entdeckerin

Warum packt ihr sie nicht einfach ins nächste Auto/Flugzug/in den nächsten Zug und düst mit ihr nach Berlin, Hamburg, München, oder gar ins Ausland: Paris? Kleine Fahrradtour zum Eiffelturm gefällig? Oder wie wär’s mit einer Kneipentour durchs Hamburger Schanzenviertel? Eine ganz neue Stadt erkunden, unvergessliche Momente erleben, tolle Fotos machen?

eine Mischung aus Filmguckerin, Bäckerin, Beauty-Queen

Wenn dies der Fall ist, dann würde ich eine Pyjamaparty vorschlagen. So gesehen und erlebt bei meinem eigenen Junggesellinnenabschied und ich kann nur sagen, dass ich es klasse fand. Spiele, Hochzeitsfilme, lecker Buffet, Sekt, Wein, eine Pinata-Aktion zum ordentlich Draufhauen, Masken, und jede Menge Mädels, die lachen und quatschen, quatschen, quatschen! Es war einfach toll! Als Geschenk gab’s die Alternative zum JGA-T-Shirt, nämlich einen tollen Schlafanzug mit lauter Widmungen der Mädels drauf. Die Karaoke darf man nicht vergessen! Hach,…

Also, Mädels, Jungs, Leutchen, ich hoffe, dass ich euch mit meiner Hochzeitskolumne zum Thema Junggesellen/innenabschied erfreuen konnte und euch Ideen liefern konnte.

Ihr schafft das!

Viel Spaß und fröhliches Feiern,

eure Kaddi

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